RSI steht für "Repetitive Strain Injury", also Verletzungen, die durch häufig wiederkehrende Beanspruchung von Muskeln, Sehnen und Gelenken auftreten. Die Beschwerden betreffen Hände, Arme und Schultern. Symptome sind u.a. ein verspannter Nacken, Schwellungen, Stechen und Taubheitsgefühle. Sie werden durch Tätigkeiten hervorgerufen, die durch kraftvolle und sich häufig wiederholende Bewegungen gekennzeichnet sind. Aber auch soziale Spannungen und psychische Probleme begünstigen das RSI-Syndrom.

Australien erkannte 1984 als erstes Land diese Erkrankung als Berufskrankheit an. Fünf Jahre später wurde eine Statistik veröffentlicht, die Aufschluss über das Beschwerde-Klientel gibt: An der Spitze standen mit 22,1% Datenverarbeiter und damit eine Berufsgruppe mit Bildschirmarbeitsplatz!

Warum tragen sie ein erhöhtes Risiko, an RSI zu erkranken?

An RSI erkranken v.a. Berufsgruppen, deren Arbeit einseitig belastende, monotone Bewegungen erfordert.

Warum erkranken Bildschirmarbeiterinnen und -arbeiter häufiger an RSI als die Normalbevölkerung?

Weil sie über mehrere Stunden am Tag in der selben Stellung vor dem Bildschirm sitzen und mit immer den gleichen Bewegungen Tastatur und Maus bedienen. Die Handgelenksmuskulatur wird dadurch leicht überbeansprucht. Vor allem aber leiden die Sehnenscheiden unter der wiederholten Drehbewegung der Hände und dem permanenten Abwinkeln der Handgelenke. Die Sehnenscheiden umgeben die Sehnen wie eine Hülle und sondern eine Art Gleitflüssigkeit ab, so dass sich die Sehne ungehindert hin und her bewegen kann.

Werden die Hände und Handgelenke nun einseitig belastet, wird mehr Gleitflüssigkeit verbraucht, als nachfließen kann. Die Sehne läuft sich dann regelrecht trocken und reibt an der Sehnenscheide, bis sie sich entzündet. Starke ziehende Schmerzen im Unterarm, nahe am Handgelenk sind die Folge.

Aber nicht nur Beschwerden im Hand- und Armbereich sind Symptome einer RSI-Erkrankung. Typisch sind auch muskuläre Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich. Zwei Ursachen kommen hierfür in Betracht:

1. Die ständige Vorneigehaltung des Kopfes: Darunter leidet vor allem der Schulterblatthebemuskel. Wie sein Name schon sagt, hat er normalerweise die Aufgabe, das Schulterblatt zu heben. Bei ständiger Kopfvorneigung wechselt er seine Aufgabe: er wird zum Kopfhalter. Da er für diese Aufgabe aber nicht geschaffen ist, verspannt und verkürzt er sich nach einer gewissen Zeit. Die Verspannungen übertragen sich vom Schulterblatt auf das Schultergelenk und weiter in den Arm. Die entstehenden Schmerzen strahlen zum Nacken, zur gesamten Schulterblattregion, zur  Brust und zu den Armen aus.

2. Das ständige Vorhalten der Arme: Wenn KassiererInnen Lebensmittel über das Band schieben oder BildschirmarbeiterInnen tippen, ohne die Hände vor der Tastatur am Schreibtisch abzustützen, muss die Schulter-Nackenmuskulatur Schwerstarbeit leisten. In der Regel wiegen die Arme zusammen mehr als 17 Kg, das entspricht rund 8 gefüllten Maßkrügen! Genauso wie Sie erschöpft sind, wenn Sie einige Minuten 8 Maßkrüge mit ausgestreckten Armen halten, ermüdet auch Ihre Muskulatur, wenn sie Ihre frei vorgehaltenen Arme über längere Zeit halten muss. Schmerzhafte Verspannungen sind die Folge.

Bild: Corel Corporation

Stundenlang dieselben Handbewegungen, jeden Tag, oft unter Zeitdruck. Folge: Hände und Arme werden überstrapaziert, Sehnen entzünden sich.


Was Sie gegen RSI tun können:

  • Richten Sie Ihren Arbeitsplatz nach ergonomischen Prinzipien ein und ermitteln Sie die richtige Position für Ihre Tastatur!

  • Achten Sie darauf, dass vor der Tastatur ausreichend Platz ist, um Ihre Hände aufzulegen. Armlehnen können Ihre Unterarme stützen und so Ihre Nackenmuskulatur entlasten!

  • Vermeiden Sie eine ständige Vorneigehaltung des Kopfes. Neigbare Arbeitsflächen sind hierbei eine große Hilfe.

  • Hauen Sie nicht zu sehr in die Tasten!

  • Wenn Sie mit der Maus arbeiten: Spreizen Sie nicht permanent den kleinen Finger oder den Daumen ab!

  • Achten Sie auch darauf, dass Ihre Hände beim Tippen mit den Handgelenken und Unterarmen eine gerade Linie bilden und möglichst flach aufliegen. Das Problem dabei ist nur: Bei den gewöhnlichen Tastaturen ist dies gar nicht möglich, deshalb:

  • Probieren Sie einmal ergonomische Winkeltastaturen aus!

  • Machen Sie zwischendurch Ausgleichsübungen für Ihre Nackenmuskulatur sowie Arme und Hände!

Bild: Hand dehnen

Ausgleichsübungen für die Hände