Augenbeschwerden zählen zu den meist genannten gesundheitlichen Problemen von Bildschirmarbeitern. Statistiken  zufolge leiden darunter zwischen 50% und 70% der Beschäftigten. Typische Symptome dabei sind: Ermüdungserscheinungen, Augenrötung, Augenbrennen, Tränen der Augen, Augenflimmern, Verschwommensehen, Doppeltsehen, sowie Farbsinnstörungen oder Lidflattern. Betroffen sind meist auch die sogenannten peripheren Anhangsgebilde des Sehorgans wie Bindehaut und Augenlider.

Die Ursachen dieser Beschwerden sind vielfältig. Zu nennen sind vor allem:

  • ergonomische Mängel, wie z.B. eine schlechte Bildschirmqualität (Unschärfe, Bildschirmflimmern), eine ungünstige Informationsdarstellung (kleine Zeichen, schwacher Kontrast, zuviel Farbgebung) oder Blendungen und Spiegelungen auf der Bildschirmoberfläche

  • ein ungünstiges Raumklima, z.B. durch dicke Luft (Zigarettenqualm, klimatisierte oder überheizte Räume) oder unzureichende Luftfeuchtigkeit. Dadurch erhöht sich die elektrostatische Aufladung der Bildschirmoberfläche - Staubpartikel werden dann regelrecht auf Gesicht und Augen geschossen

  • Störungen der Augenfunktion (z.B. reduzierter Tränenfilm durch eine verminderte Lidschlagfrequenz)

Die Ursachen von Augenbeschwerden sind vielfältig. An erster Stelle steht die 'Reizüberflutung' des Sehorgans. Schätzungen zufolge werden bei der bildschimunterstützten Büroarbeit ca. 90% der Informationen über die Augen aufgenommen. Dabei beansprucht das Sehorgan rund ein Drittel der gesamten Energie, die während eines Arbeitstages vom ganzen Körper aufgebraucht wird. Benötigt wird diese Energie u.a. für die sogenannte Akkomodation und die ähnlich klingende Adaption des Auges. Akkomodation meint die Anpassung des Sehorgans an unterschiedliche Sehentfernungen.  Die Adaption bezeichnet die Anpassung des Auges an verschiedene Helligkeitsniveaus

Energie benötigt das Auge darüber hinaus für die Einstellung der Sehschärfe und das Farbsehen, also die Wahrnehmung unterschiedlicher Wellenlängen des Lichts. Um diese Funktionen zu unterstützen, ist die Augenoberfläche von einem Schutzfilm aus Tränenflüssigkeit umhüllt.

Je mehr wir mit den Augen blinzeln, um so mehr Tränenflüssigkeit erzeugen wir und desto besser schützt der angesprochene Tränenfilm die Horn- und Bindehaut. Arbeiten wir lange und konzentriert am Bildschirm, ermüden wir. Unbewusst verringert sich dadurch unser Lidschlag. Die Folge: Der Schutzfilm wird dünner. Die Augen röten sich, brennen oder fangen an zu jucken.

In einer natürlichen Umgebung gehen unterschiedliche Helligkeiten in der Regel fließend ineinander über, so dass sich das Auge langsam darauf einstellen kann. Am Bildschirm dagegen erfolgt die Adaption meist ruckartig. Das Auge wird permanent mit Materialien unterschiedlicher Helligkeit (Bildschirm, Vorlage, Tastatur etc.) konfrontiert und muss mit jedem Blickwechsel rasch eine Hell-Dunkel-Anpassung vollziehen. Die Zahl der Blickwechsel liegt dabei immerhin zwischen 1500 und 3500 pro Stunde!

Auch das ständige Wechseln der Sehentfernung (Akkomodation) stellt für das Auge eine hohe Belastung dar. Das Gleiche gilt im Übrigen für das 'Starren'. Denn auch eine über längere Zeit konstant gehaltene Sehentfernung  stellt für das Auge eine unnatürliche Beanspruchung dar.

Wie Sie Ihre Augen schonen:

  • Beseitigen Sie ergonomische Mängel in Ihrem Büro.

  • Verwenden Sie ausschließlich qualitativ hochwertige Bildschirme, mit einer Bildwiederholfrequenz von mindestens 85Hz, besser 100 Hz. 

  • Legen Sie regelmäßig kurze Pausen ein. Damit tun Sie nicht nur Ihren Augen etwas Gutes!

  • Lassen Sie Ihre Augen regelmäßig untersuchen. Ein leichter, unbemerkter Sehfehler erhöht den Belastungsgrad!

  • Unterbrechen Sie Ihre Arbeit durch Entspannungsübungen (siehe unten) für die Augen.

Bild: Microsoft Encarta 99

Am Augapfel setzen 6 Muskeln an, die die Augenbewegungen kontrollieren.

 

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Arbeitsplatz im richtigen Licht steht. Ungünstige Beleuchtungsverhältnisse belasten die Augen.

Übungen zum besseren Sehen:

1. Entspannungsübungen für die Augenmuskulatur

  • Palmieren: Das Palmieren dient der völligen Entspannung der Augen im Dunkeln. Decken Sie dazu Ihre Augen mit den Handflächen so ab, dass kein Licht zu den Augen durchdringt. Die Handflächen sollen die Augen nicht berühren. Halten Sie diese Position ca. 2 Minuten und atmen Sie tief durch die Nase ein und durch den Mund aus. Stellen Sie sich dabei vor, Sie würden durch die Augen ausatmen und mit jedem Atemzug strömt ein bisschen Spannung der Augenmuskulatur heraus. Um den Entspannungseffekt zu steigern, können Sie die Hände vor Beginn der Übung so lange gegeneinander reiben, bis sie sich erwärmen.

  • Augenmassage: Sie dient der Dehnung der Augenmuskulatur. Massieren Sie sanft mit den Fingerkuppen von Zeige- und Mittelfinger die beiden Augäpfel. Streichen Sie dann mehrmals mit den Fingerkuppen über die Augenbrauen von der Nase weg hin zu den Schläfen.

  • Finger-Regen: Er belebt vor allem die Partien rund um die Augen. Trommeln Sie dazu leicht mit Daumen-, Zeige- und Mittelfinger um die Augen herum.

Palmieren

2. Förderung der Akkomodationsfähigkeit

  • In-die-Ferne-Schweifen: Der Wechsel der Sehentfernungen fördert die Akkomodationsmuskulatur. Wandern Sie mit Ihrem Blick im Raum umher oder sehen Sie aus dem Fenster. Fokussieren Sie abwechselnd Gegenstände, die von Ihnen unterschiedlich weit entfernt liegen.

3. Erhöhung der Tränensekretion

  • Blinzeln: Durch eine künstliche Erhöhung der Lidschlagfrequenz wird die Tränensekretion gesteigert. In diesem Sinne: Blinzeln Sie!

  • Gähnen ist gesund! Gähnen 'treibt' Ihnen Wasser in die Augen und entspannt die Gesichtsmuskulatur. Nur Mut zum inszenierten Gähnen!

Bild: www.corbis.com

Herzhaft gähnen ist gesund!