Unterforderung empfinden Beschäftigte dann, wenn ausschließlich Routinetätigkeiten zu erledigen sind, die keinerlei geistige Herausforderungen darstellen. Nicht nur, dass dies zu einem Zustand von Langeweile und Monotonie führt - es hat darüber hinaus die Konsequenz, dass sie vorhandene aber nicht genutzte fachliche Qualifikationen mit der Zeit verlieren. Können Sie noch die dritte Ableitung aus der Formel f(x)= x3 + 5 berechnen? Hut ab, wenn Sie’s noch wissen. Nicht benötigtes Wissen baut sich normalerweise schnell ab. Aber vielleicht arbeiten Sie ja in Ihrem Beruf mit Ableitungen?

Wie dem auch sei, ein Unternehmen, das erfolgreich den strengen Anforderungen des Marktes nach billigen und zugleich qualitativ hochwertigen Produkten gerecht werden will, ist auf 'Human Ressources', 'Know How' und, innovatives und kreatives Potential der Mitarbeiter angewiesen. Dieses Potential fördern Sie, indem Sie Ihrem Mitarbeiter herausfordernde (aber nicht überfordernde) Aufgaben stellen.

Psychische Unterforderung senkt die Arbeitszufriedenheit und Leistungsbereitschaft. Dies um so mehr, als für die Beschäftigten Arbeit heute einen anderen Stellenwert hat. Arbeit heißt nicht mehr nur, die eigene Existenz zu sichern. Arbeit wird heute zunehmend als Chance gesehen, sich selbst zu verwirklichen. Die Ansprüche an die eigene Tätigkeit sind gestiegen; Mitbestimmungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten, inhaltlich interessante, sowie abwechslungsreiche Aufgaben werden gewünscht.

Geistig unterforderte Mitarbeiter arbeiten sozusagen gegen ihre eigenen Wertorientierungen, was auf Dauer nicht gut gehen kann. Früher oder später können sie sich nicht mehr mit dem Unternehmen identifizieren. Damit sinkt natürlich auch ihre Einsatzbereitschaft.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Ihre Mitarbeiter Tätigkeiten verrichten sollten, die zum einen ihren Qualifikationen und Kenntnissen entsprechen, darüber hinaus aber auch Herausforderungen enthalten und Lernanreize bieten.

Bild: Rolltreppe

Das Streben nach Herausforderung scheint ein menschliches Grundbedürfnis zu sein.