Elektrosmog  war in den letzten Jahren Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. Keine Studie konnte nachweisen, dass elektromagnetische Strahlung Krebs oder andere Krankheiten verursacht. Und so scheint die Fachwelt darin einig zu sein, dass Elektrosmog im Büro gesundheitlich unbedenklich ist.

Aber kann man diesen Untersuchungen wirklich trauen? Über die Langzeitwirkungen elektromagnetischer Strahlung ist schließlich noch nichts bekannt. Besser auf Nummer Sicher gehen und Elektrosmog vermeiden. Dazu sollten Sie wissen, was eigentlich unter Elektrosmog genau zu verstehen ist.

Das Kunstwort Smog setzt sich aus den englischen Begriffen 'Smoke' (Rauch) und 'fog' (Nebel) zusammen. Sie kennen den Begriff im Zusammenhang mit der gesundheitsgefährdenden Klimasituation in Großstädten, ausgelöst  durch Autoabgase und Fabrikemissionen.

In Anlehnung an diesen Begriff entstand das Schlagwort 'Elektrosmog'. Darin kommt die Überzeugung zum Ausdruck, dass von nieder- und hochfrequenten Wellen eine Gesundheitsgefährdung ausgeht.

Wie entstehen diese nieder- und hochfrequenten Wellen?

Bild: André Wiesner

Ist elektromagnetische Strahlung wirklich
so harmlos, wie manche Wissenschaftler
versichern?

Als Corpus delicti im Büro gilt der Bildschirm (obwohl auch alle anderen Geräte elektromagnetische Wellen erzeugen!). Dieser erzeugt sowohl elektromagnetische Strahlung als auch elektromagnetische Felder. Zur ersten Gattung zählt auch die Röntgenstrahlung. Diese ist aber definitiv gesundheitlich unbedenklich, da sie von der Bildschirmröhre vollständig absorbiert wird.

Problematischer ist es mit den elektromagnetischen Feldern, die im Ultrakurzwellenbereich erzeugt werden. Hierbei muss zwischen elektrischen und magnetischen Feldern unterschieden werden.

Auch wenn Ihr Bildschirm ausgeschaltet ist: Solange er mit dem Stromnetz verbunden ist, existiert ein elektrisches Feld (gemessen in Volt pro Meter, V/m). Wenn Sie das Gerät einschalten fließt Strom und es baut sich zusätzlich ein magnetisches Feld auf. Wenn Gesundheitsprobleme durch freigesetzte elektromagnetische Energien verursacht werden, dann nur durch diese magnetischen Wechselfelder. Sie abzuschotten ist technisch weitaus schwieriger als bei elektrischen Feldern.

Magnetischen Wechselfeldern (gemessen in Nanotesla, nT) wird die Eigenschaft zugeschrieben, die Zellteilung und damit auch das Wachstum von Krebszellen zu beschleunigen. Aber keine Panik! Den Herstellern ist es gelungen, das magnetische Feld außerhalb des Monitors stark zu reduzieren, so dass eine Gefährdung äußerst unwahrscheinlich ist - besonders dann, wenn Sie Folgendes beachten:

Die von Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923) entdeckte (Röntgen-) Strahlung ist an Bildschirmarbeitsplätzen gesundheitlich unbedenklich.

  • Arbeiten Sie nicht zu nah am Monitor! In 50-70 cm Entfernung vom Bildschirm ist das elektromagnetische Feld kaum noch nachzuweisen.

  • Schalten Sie Ihren Monitor ab, wenn Sie Ihn nicht benötigen. Seine Lebensdauer wird dadurch nicht verkürzt!

  • Da der Großteil der Strahlung von der Rückseite des Monitors ausgeht, sollten Sie dafür sorgen, dass Ihre Mitarbeiter in Großraumbüros mindestens einen Meter von der Rückseite des Monitors eines Kollegen entfernt sitzen.

  • In Ihrer Abteilung sollten ausschließlich Bildschirme eingesetzt werden, die den Richtlinien MPR II oder TCO entsprechen. Bildschirme gelten nach der schwedischen Norm MPR II als strahlungsarm, wenn in 50 cm Entfernung vom Monitor das magnetische Feld unter 250nT liegt und das elektrische Feld 25V/m nicht überschreitet. TCO 92 berücksichtigt zusätzlich zu diesen Grenzwerten Augenfreundlichkeit, Power-Management und Abwärme. TCO 95 steht darüber hinaus für eine umweltfreundliche und schadstoffarme Produktion. Noch strenger ist die neueste Strahlungsnorm TCO 99. Danach darf die Bildwiederholfrequenz nicht mehr unter 85 Hz liegen (im Vergleich zu 75 Hz bei TCO 95). Im Standbymodus dürfen nur noch 15 statt bislang 30 Watt Energie verbraucht werden (Off- Modus: 3 statt 5 W).

Die Prüfplaketten TCO 95 und TCO 99