Zu wenig Her(t)z für die Augen zeigen leider immer noch viele, die sich einen Bildschirm anschaffen. Eine zu niedrige Bildwiederholfrequenz (gemessen in Hertz) lässt den Bildschirm flimmern. Die Augen haben ganz schön mit dem wackligen Bild zu kämpfen, auch wenn einem das Flimmern vielleicht gar nicht auffällt!  

Ohnehin müssen die Augen am Bildschirmarbeitsplatz Höchstleistungen bringen. Dabei beanspruchen sie rund ein Drittel der gesamten Energie, die während eines Arbeitstages von den Kraftwerken des Körpers zur Verfügung gestellt wird.

Wodurch werden nun die Augen im einzelnen belastet?

Mit dem Flimmern wurde bereits ein Belastungsfaktor angesprochen, der zuweilen durch eine korrekte Einstellung der Graphikkarte beseitigt werden kann. Allerdings schiebt die schlechte Qualität des Bildschirms diesen Bemühungen oftmals einen Riegel vor, so dass meist nur die Möglichkeit bleibt, auf ein qualitativ hochwertigeres Modell umzusteigen. 

Außer durch Flimmern werden Augenbeschwerden auch durch eine ungünstige Einstellung von Kontrast und Zeichengröße hervorgerufen. Diese Belastungen ließen sich leicht vermeiden, wenn die Benutzer besser mit den Einstellungsmöglichkeiten des Bildschirms vertraut wären.

Die Augen werden unnötig angestrengt, wenn Zeichen aufgrund ihrer Größe oder eines geringen Kontrasts schlecht lesbar sind. Nicht selten hat dies sogar Konsequenzen für die Körperhaltung. Obwohl es eigentlich nichts bringt, beugt man seinen Rücken vor, um mit den Augen näher am Bildschirm zu sein. Diese Haltung kann besonders dann beobachtet werden, wenn Spiegelungen und Blendungen durch Kunst- oder Tageslicht die Sicht auf den Monitor erschweren, weil der Monitor falsch aufgestellt ist oder Vorrichtungen fehlen, um die Sonneneinstrahlung zurückzuhalten.

Bild: Sehtest

Die Augen werden bei Bildschirmarbeiten
besonders beansprucht.

Zwei weitere Belastungsquellen bedürfen der Erwähnung:

  1. Überforderung bzw. Unterforderung. Beides führt - was die Augen angeht - zum gleichen Ergebnis. Man ermüdet und blinzelt weniger mit den Augen. Die Folge: Es wird weniger Tränenflüssigkeit an die Augäpfel abgegeben. Die Augen werden trocken und man hat das Gefühl, sich ständig die Augen reiben zu müssen.

  2. Verschiedene Sehentfernungen und Helligkeitswerte. Ihre Augenmuskulatur sorgt dafür, dass Sie jederzeit scharf sehen. Egal ob ein Gegenstand nah, entfernt, hell oder dunkel ist. Anstrengend wird es für Ihre Augenmuskulatur, wenn Sie im Sekundentakt die Sehdistanz wechseln. Genau das ist der Fall, wenn beispielsweise mit Vorlagenhaltern gearbeitet wird, die vom Auge weiter oder näher entfernt sind, als der Bildschirm. Auch ein Büroraum, der unterschiedlich stark ausgeleuchtet ist, verlangt vom Auge anstrengende Anpassungsarbeit. Stromsparen macht also in dieser Hinsicht nicht immer Sinn!

Die erwähnten Belastungen wirken sich besonders dann gravierend aus, wenn ein nicht oder nur unzureichend korrigierter Sehfehler vorliegt. Lassen Sie deshalb regelmäßig Ihre Augen untersuchen und ermutigen Sie auch Ihre Mitarbeiter dazu!

Sorgen Sie dafür, dass nicht nur Ihr Bildschirm im richtigen Licht steht. Wählen Sie eine Bildschirmdarstellung, bei der die Zeichen auch ohne Brille gut lesbar sind. Überanstrengen Sie weder sich selbst noch Ihre Mitarbeiter. Zugegeben: das ist leichter gesagt als getan. Aber kurze, rechtzeitig eingelegte Pausen können hier schon Wunder bewirken!

Bild: Verlag Kiepenheuer & Witsch

Für die Erhaltung der Sehkraft ist es wichtig,
dass die Augen immer von Tränenflüssigkeit
umspült werden.
Bei Ermüdungserscheinungen
infolge Über- oder Unterforderung wird
weniger Tränenflüssigkeit abgegeben -
die Augen fangen an zu jucken und zu brennen.