Zu wenig Dynamik ist ein typisches Problem unserer 'besessenen' Gesellschaft. " Mit dem Kopf schon auf dem Mond, die Gedärme noch in der Eiszeit" formulierte einst der Autor und Kabarettist Hanns Dieter Hüsch. Und recht hat er. Auch wenn sich das menschliche Leben in den letzten Jahrhunderten grundlegend verändert hat: Rein körperlich entsprechen wir nach wie vor dem Typus des Jägers und Sammlers. Jedoch war dieser in Bewegung! Wir dagegen schleppen uns von Stuhl zu Stuhl. Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie viele Stunden Sie am Tag sitzen?

Um es ein wenig dramatischer auszudrücken: Bewegung heißt Leben, Stillstand bedeutet Tod. Unser Körper ist aus folgenden Gründen auf Bewegung angewiesen:

  1. Das Herz-Kreislaufsystem wird durch Bewegung aktiviert und gefördert. Es versorgt jede Zelle unseres Körpers mit den Grundzutaten des Lebens: Nährstoffe und Sauerstoff. Je mehr wir uns bewegen, desto besser werden die Zellen mit Sauerstoff beliefert. Wir fühlen uns wohl, wenn unser Herzkreislaufsystem schwungvoll und reibungslos funktioniert.

  2. Durch Bewegung wird die Muskulatur aktiviert und besser durchblutet. Eine Muskulatur dagegen, die keine Bewegungsreize erfährt, verkümmert. So erschlafft durch zuviel Sitzen die obere Rücken- und die Bauchmuskulatur. Mögliche Folge: Rundrücken. Dieser wirkt nicht nur unästhetisch, sondern beansprucht darüber hinaus die Wirbelsäule über Gebühr.

  3. Die Bandscheiben der Wirbelsäule sorgen dafür, dass Stöße bei Bewegungen federnd abgefangen werden und unser Gehirn nicht erschüttert wird. Darüber hinaus halten sie unsere Wirbelsäule beweglich. Damit dies aber reibungslos funktioniert, müssen die Bandscheiben gesund ernährt werden: durch Bewegung!

Stellen Sie sich eine Bandscheibe vor wie einen Schwamm, der zusammengedrückt und wieder losgelassen werden kann. Unter Druck gibt der Schwamm (die Bandscheibe) Flüssigkeit (Abfallprodukte des Stoffwechsels) an seine Umgebung ab. Wird er losgelassen und der Druck sinkt, nimmt der Schwamm Flüssigkeit (Nährstoffe) von seiner Umgebung auf. Der Wechsel von Be- und Entlastung durch Bewegung sorgt für eine optimale Ernährung der Bandscheiben. Permanente Be- oder Entlastung durch Zwangshaltungen und Bewegungseinschränkungen dagegen schadet ihnen auf Dauer.

Sie sehen also, wie wichtig es ist, dass Sie sich selbst und Ihre Abteilung in Bewegung halten! Was können Sie dafür tun?

Fangen Sie am besten bei sich selbst an! Um gesund zu bleiben, müssen Sie nicht ins Fitnessstudio gehen. Oftmals können auch kleine Schritte Großes bewegen: Sorgen Sie für Bewegungsanlässe und Haltungswechsel während Ihrer Arbeit. Telefonieren Sie z.B. im Stehen, verzichten Sie öfters mal auf den Fahrstuhl oder die Rolltreppe. Denken Sie daran: Durch solch ein Verhalten inspirieren Sie auch Ihre Mitarbeiter!

Nicht nur als Führungskraft zahlt es sich aus, fit zu sein und fit zu bleiben. Fördern Sie das Gesundheitswissen Ihrer Mitarbeiter und unterstützen Sie Rückenschulen und Sportangebote in Ihrem Unternehmen. Mitarbeiter, die sich wohl fühlen, legen mehr Leistungsbereitschaft und Kreativität an den Tag als andere!

Bild: Neanderthaler

Für unsere Vorfahren war Bewegung selbstverständlich - wir dagegen sind Vielsitzer. Dabei ist unser Organismus nach wie vor auf Bewegung angewiesen.