Handlungsspielräume fördern die intellektuelle Entwicklung - so lautete eines der  wesentlichen Ergebnisse eines über drei Jahrzehnte laufenden Forschungsprogramms in den USA über den Einfluss der Arbeit auf die Persönlichkeitsentwicklung (vgl. Hoff). Was ist unter Handlungsspielräumen zu verstehen?

Handlungsspielräume liegen dann vor, wenn 

  • die Arbeit abwechslungsreich ist und unterschiedliche Arbeitsaufgaben aufweist (Tätigkeitsspielraum). Ganzheitliche Arbeitsaufträge, die sowohl planende, als auch ausführende und kontrollierende Tätigkeiten beinhalten, kommen dem sehr entgegen. 
  • der Beschäftigte inhaltliche und zeitliche Entscheidungsspielräume hat. 

Zeitliche und inhaltliche Spielräume liegen dann vor, wenn der Mitarbeiter weitestgehend selbst bestimmen kann über

  • das Arbeitstempo
  • die Anzahl, Lage und Dauer von Arbeitsunterbrechungen und Pausen
  • die notwendigen Arbeitsschritte
  • die zeitliche Abfolge von Arbeitsschritten
  • die Vorgehensweise
  • die Arbeitsmittel.

Tätigkeitsspielraum und Entscheidungsspielraum zusammen ergeben den Handlungsspielraum. Je vielseitiger die Tätigkeiten sind und je mehr Entscheidungsbefugnisse Sie Ihren Mitarbeitern einräumen, desto größer ist auch deren Handlungsspielraum und damit der positive Einfluss auf die Entwicklung intellektueller Flexibilität. Aber Handlungsspielräume sind nicht nur persönlichkeitsförderlich: sie haben einen moderierenden Einfluss auf Belastungen und dienen der Vermeidung von Stress. Vorschriften über Zeitpunkt, Dauer und Art und Weise der Auftragserfüllung setzen die Beschäftigten dagegen unter Druck und provozieren psychische und physische Fehlbeanspruchungen.

Bild: André Wiesner

Der Handlungsspielraum ist abhängig vom Abwechslungsreichtum der Tätigkeit und den Entscheidungsbefugnissen des Mitarbeiters.