Soziale Unterstützung ist der vielleicht wichtigste menschliche Schutzfaktor. Mit ihm können auch schwere Belastungen, Lebenskrisen und ungünstige Lebenssituationen überwunden werden. Soziale Unterstützung am Arbeitsplatz durch Kollegen oder Vorgesetzte reduziert betrieblichen Stress und mildert die psychische Stresssituation. Unzufriedenheit, Angstzustände oder Depressionen verlieren an Intensität, wenn wir wissen, dass uns jemand in der Not zur Seite steht. Der Volksmund hat Recht, wenn er sagt: "Geteiltes Leid ist halbes Leid!". Darüber hinaus fördert ein intaktes soziales Umfeld die - für unser Selbstwertgefühl so wichtige - Erfahrung von Anerkennung und Bestätigung.

Soziale Unterstützung durch Kollegen und Vorgesetzte kann auf drei Arten wirksam werden:

  1. als aktive Hilfe bei Problemen

  2. wenn jemand da ist, der ein offenes Ohr hat für die Probleme des Kollegen. Zuhören und Verständnis bedeutet meist schon eine große Hilfe.  

  3. Manchmal erleichtert alleine schon der Gedanke daran, dass notfalls jemand mit Rat und Tat zur Seite stünde, wenn man selbst das Problem nicht in Griff bekäme.

Damit das soziale Umfeld tatsächlich seine schützende Kraft entfalten kann, ist es wichtig, dass wir diese Ressource erkennen und zu nutzen verstehen. Hilfe wird erst dann wirksam, wenn wir sie als solche erleben und annehmen. Das objektive Vorhandensein potentieller Unterstützung alleine reicht nicht aus. Wir müssen gleichzeitig in der Lage sein, unser Problem nach außen zu tragen, unsere innere Welt ein Stück weit zu öffnen und anderen Menschen zu  vertrauen. 

Wie schätzen Sie Ihr soziales Umfeld am Arbeitsplatz ein? Können Sie auf die Hilfe von Kollegen zählen, wenn Not am Mann ist? Wer spendet Ihnen Anerkennung und Bestätigung?

Soziale Unterstützung ist in unserer Arbeitswelt nicht selbstverständlich. In vielen Betrieben und Abteilungen macht sich eine Ellenbogenmentalität breit, die durch den wachsenden Wettbewerbs- und Rationalisierungsdruck in den  Unternehmen heraufbeschworen wurde. Die Beschäftigten erleben sich als gegenseitige Konkurrenten im Kampf um den beruflichen Aufstieg. Wer will da noch helfen? Nicht umsonst häufen sich die Berichte über Kleinkriege zwischen Mitarbeitern (Mobbing).

Aber auch Führungskräfte erfahren meist nur geringe oder keine soziale Unterstützung. Die Führungsposition macht einsam. Wem soll man seine Probleme schon anvertrauen? Schließlich können Probleme als Führungsschwächen ausgelegt werden, egal ob man sich an untergebene Mitarbeiter oder übergeordnete Vorgesetzte wendet. Auch ein intakter Freundes- und Familienkreis kann dieses Problem nur bedingt auffangen.

Qelle: www.corbis.com

Durch die Unterstützung und Hilfe von anderen können auch schwierige Lebenslagen bewältigt werden.