Schützende Persönlichkeitsmerkmale erleichtern uns die Auseinandersetzung mit alltäglichen Belastungssituationen. Als besonders gesundheitsförderlich haben sich dabei erwiesen:

  • eine gute körperliche Konstitution

  • Selbstvertrauen

  • ein stabiles Selbstwertgefühl

  • die Fähigkeit zum problemlösenden Verhalten

  • das Vertrauen in die eigene Belastbarkeit

  • Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion

  • Optimismus, Hoffnung

  • Qualifikation und Wissen

  • Vertrauen in die Mitmenschen.

Der israelische Stressforscher Antonovsky - er prägte wesentlich das Verständnis von Gesundheitsförderung im Sinne der WHO - nennt eine weitere schützende menschliche Eigenschaft: das sogenannte Kohärenzerleben. Was meint er damit?

Das Erleben von Kohärenz ("Zusammenhang") kann man als Gefühl des Vertrauens in die Welt und das eigene Leben charakterisieren. Dieses Gefühl wird von drei Komponenten bestimmt:

  • Gefühl von Verstehbarkeit- die Welt wird als geordnet und strukturiert wahrgenommen und nicht als chaotisch, zufällig oder unerklärlich

  • Gefühl der Handhabbarkeit- die Überzeugung, dass Schwierigkeiten lösbar und die dazu nötigen Potentiale vorhanden sind

  • Gefühl von Sinnhaftigkeit- die Einstellung, dass es sich lohnt, in die Anforderungen des Alltags Energie zu investieren. Probleme werden als Herausforderungen gesehen.

Die 'Summe' dieser drei Komponenten bildet das Kohärenzgefühl. Je höher es ist, desto mehr vertrauen wir in unsere eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Dadurch schätzen wir belastende Situationen als weniger bedrohlich ein - und geraten weniger in Stress.

Nach Antonovsky entwickelt sich das Kohärenzgefühl in Abhängigkeit von unseren Lebenserfahrungen. Im Alter sei es nur schwer veränderlich. Trotzdem haben Sie als Führungskraft Einfluss auf bestimmte Persönlichkeitsmerkmale. So können Sie z.B. das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl durch anerkennende Worte und regelmäßiges Feedback fördern.