Wie Stress entsteht:

Stress wird ausgelöst durch Stressoren. Solche Stressoren können z.B. Arbeitslosigkeit oder eine Lebenskrise durch den Tod einer nahestehenden Person sein. Aber auch unser alltägliches Leben hält eine ganze Palette von Stressoren bereit. Oftmals sind es nur Kleinigkeiten, sogenannte 'daily hazzles', wie eine verpasste Straßenbahn, ein Verkehrsstau oder ein vergessenes Portemonnaie an der Supermarktkasse. Auch der Bildschirmarbeitsplatz birgt ein Fülle von Stressoren in sich: Programmabstürze, unerwartet lange Systemresponsezeiten, unerklärliche Fehlermeldungen, Termindruck, Qualifikationsdefizite, Angst vor Arbeitsplatzverlust, dauerndes Telefonklingeln...

Oftmals sind auch bestimmte Einstellungen und Denkmuster Schuld daran, dass wir in Stress geraten.

Gespeist von unseren Erfahrungen sind im Laufe unseres Lebens 'Kopfbewohner' herangereift, die unser Denken und Fühlen negativ beeinflussen und Stress hervorrufen können. Zu diesen Kopfbewohnern zählen beispielsweise Denkmuster wie:

  • "Ich muss alles 100%ig perfekt machen, weil ich sonst als Versager gelte und nichts wert bin!"

  • "Als Person mit all meinen Stärken und Schwächen (so wie ich nun einfach mal bin) bin ich nicht liebenswert. Geliebt werde ich nur, wenn ich eine besonders gute Leistung erbringe!"

  • "Ich muss meine Ziele und Ansprüche an mich sehr hoch stecken und erfüllen, sonst bin ich nichts wert!"

Derlei Kopfbewohner setzen uns unter Druck und zwingen uns zu Verhaltensweisen, die alles andere als gesund sind. Gleiches gilt, wenn wir eine sog. restriktive Grundhaltung dem Leben gegenüber haben; wenn wir z.B. glauben, dass wir unseren Lebenslauf nicht steuern können und dem Schicksal hoffnungslos ergeben sind; oder wenn wir in unserem Leben und in unserer Arbeit keinen Sinn finden, pessimistisch dreinblicken und jede Nichtigkeit als unüberwindbares Problem ansehen - all das sind individuelle Einstellungen und Denkmuster, die Stress begünstigen.

Neben diesen individuellen Denkmustern, Einstellungen und Persönlichkeitseigenschaften spielen auch bestimmte Verhaltensweisen eine Rolle bei der Entstehung von Stress. Wer sich beispielsweise falsch ernährt, sich unzureichend bewegt oder versucht, Stress mittels Alkohol-, Tabak- oder Tablettenkonsum zu bewältigen, schädigt seinen Körper und seine Psyche. Die Belastungsfähigkeit sinkt, auftretende Stresssituationen können nicht mehr angemessen bewältigt werden.

Natürlich wäre es falsch, die Ursachen von Stress nur in der eigenen Persönlichkeit zu suchen - auch institutionelle und soziale Problemfelder sollten beleuchtet werden. Der Arbeitsplatz beispielsweise kann eine Fülle von Stressoren beherbergen, wie anfangs schon erwähnt wurde. Beispiele für Stressoren im sozialen Umfeld sind u.a.:

  • ein Konflikt mit dem Vorgesetzten oder mit Kollegen

  • Mobbing durch einen Kollegen oder Vorgesetzten

  • unklare Zielvereinbarungen mit dem Vorgesetzten

  • mangelhafte Arbeitsteilung in Teamprojekten

Bild: Stress

Am Beginn von Stress stehen sogenannte Stressoren